Der Esel, der auf Rosen geht

Ein Preis für Bürger der Stadt Halle und des Saalekreises

Esel, der auf Rädern geht

Nach zwei Jahren Pause sind im Neuen Theater Ehrenamtliche wieder live ausgezeichnet worden.
Und zum ersten Mal war kein echtes Grautier dabei.

Von Silvia Zöller

Silke Renk-Lange, Siegerin Bürgerpreis - Der Esel, der auf Rosen geht

Das sind die Jury und die Ehrenamtlichen, die 2022 mit dem Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht ausgezeichnt wurden.
FOTOS: SILVIO KISON

HALLE/MZ - Der berühmte Rosenregen fiel von der Traverse im Neuen Theater, die Klänge von Tschaikowski kündigten das besondere Ereignis an: Im Neuen Theater waren am Freitagabend Engagierte aus Halle zur 19. Verleihung des Bürgerpreises „Der Esel, der auf Rosen geht“ eingeladen. Mehr als 250 Gäste, darunter auch Innenministerin Tamara Zieschang (CDU), hielten den Atem an, um den magischen Augenblick zu genießen, wenn der Esel mit dem Müllerburschen über den Rosenteppich geht. Doch herein kam eine Requisite des Neuen Theaters, ein Esel auf Rollen.

So humorig wie der Einstieg war die gesamte Veranstaltung, bei der sich auch Bürgermeister Egbert Geier in einer herzlichen und witzigen Rede selbst auf die Schippe nahm: „Der Esel, der auf Rosen geht, den werden wir noch mit einem Geier garnieren, das wird dann eine tierisch gute Veranstaltung.“

NT-Intendant Matthias Brenner moderierte die bunte Gala mit der Schauspielerin Judith Mahler, die in der kommenden Spielzeit gleich in mehreren Stücken auf den Bühne stehen wird. Doch an diesem Freitag war die Bühne freigeräumt für die Ehrenamtlichen, die stellvertretend für die rund 70 Nominierten von der Jury nach einem Punktesystem ausgewählt worden sind, bei dem unter anderem die Nachhaltigkeit des Engagements, aber auch die Innovation und weitere Kriterien den Ausschlag gaben.

Alle Gewinner, von David Strübing mit seinem Vierjahreszeiten-Bus, über den Ukraine-Hilfstransport-Organisator Thomas Weber oder die erst 16-Jährige Starkmach-Trainerin Marlene Lang, waren überwältigt von der Auszeichnung, auch die eine oder andere Träne floss. „Es macht mich sprachlos, berührt mich und ich bin dankbar für diese Auszeichnung“, sagte Steffen Schulze, der das ausgezeichnete Projekt Offene Jugendbeteiligung in Teicha (Gemeinde Petersberg) angeschoben hat.

Mit dem Preis der Initiatoren zeichneten Matthias Brenner, Volksbank-Chef Sascha Gläßer und Marco Fehrecke, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Verlags- und Druckhaus GmbH, eine Persönlichkeit aus, die sich für Halle und die Region engagiert. „Der Preis geht an eine Frau, und, liebe Herren Initiatoren, das wurde auch mal Zeit“, kündigte Laudatorin Zieschang Preisträgerin Silke Renk-Lange an. Die Olympiasiegerin von 1992 erhält den Preis für ihr ehrenamtliches Engagement als Präsidentin des Landessportbundes. „Silke Renk-Lange kann die Sportfamilie authentischer vertreten als jeder andere“, lobte die Innenministerin. Die Preisträgerin setze sich sowohl für den Breiten- wie auch den Leistungssport ein. Silke Renk-Lange war berührt: „Sprachlos sieht man mich nicht oft. Das habt ihr nun erreicht“, sagte sie in Richtung Initiatoren. Die Auszeichnung sei ein Ansporn weiterzumachen - und sich noch enger auch mit Ehrenamtlichen außerhalb des Sports zu vernetzen.

Garniert war die Gala mit künstlerischen Einlagen der Staatskapelle und des Balletts Rossa sowie von mitreißenden Liedern von NT-Ensemblemitglied Martin Reik. Als Sahnehäubchen gab es noch eine besondere Ehrung, die es so noch nie beim „Esel“ gegeben hat: Die Hallenserin Gudrun Schlotte erhielt von Bürgermeister Geier das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement im sozialen Bereich, unter anderem bei der Awo.

Die Preisverleihung fand am 1. Juli 2022 im Neuen Theater Halle statt.

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